Wenn der Turbolader defekt ist

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Turbolader defekt: Anzeichen, Ursachen, Folgen und Prüfung in der Werkstatt

Ist der Turbolader meines Autos defekt? Wenn diese ungute Vermutung aufkommt, fragt man sich als Autofahrer, an welchen Anzeichen man einen defekten Turbolader erkennen kann, welche Ursachen es dafür gibt und welche Kosten auf einen zukommen. Wie bei fast jedem Defekt im Auto, gibt es auch hier handfeste Symptome, mit denen man einen kaputten Turbolader identifizieren kann.

Informieren Sie sich hier zu den Anzeichen, Ursachen und Folgeschäden eines defekten Turbos. Zugleich können Sie die genauen Kosten für den Austausch bei Ihrem Fahrzeug unverbindlich vergleichen und einen passenden Werkstatttermin in Ihrer Umgebung direkt online reservieren.

Turbolader defekt: Folgeschäden

Turbolader defekt - Turbolader Neuteil seitlich auf weißem Hintergrund

Wenn der defekte Turbolader zu spät bemerkt und nicht zeitnah gewechselt wird, kann es zu einem Motorschaden kommen. Bauteile des Turboladers können abreißen und in den Verbrennungsraum eindringen. Die Folgeschäden können so beträchtlich ausfallen, dass schlimmstenfalls nicht nur der Turbo sondern auch der Motor gewechselt werden muss. Dieser Fall tritt nur deshalb nicht häufig auf, weil die meisten Autofahrer beziehungsweise - bei pünktlichen Inspektionen - ihre Werkstätten merken, wenn mit dem Turbolader etwas nicht stimmt und möglicherweise ein Defekt bevorsteht. Achten Sie deshalb auch auf eingehaltene Inspektionstermine für Ihr Auto!

Turbolader pfeift: Das Geräusch nicht ignorieren!

Gelegentlich kommen Autofahrer auch in die Werkstatt, weil sie gerade festgestellt habe, dass der Turbolader pfeift. Und diese Eile ist auch gut so, denn dieses pfeifendes Geräusch erfordert schnelles Handeln. Häufigste Ursache, dass der Turbolader pfeift, ist eine Undichtigkeit der Druckleitung zum Motor oder ein klemmendes Bypassventil. Ein solches Leck kann schneller und günstiger beseitigt werden als ein komplexer Defekt am Turbolader. Allerdings sollte der Schaden zügig behoben werden, weil dies den optimalen Lauf des Motors tangieren kann.

Auf der anderen Seite brauchen Sie als Autofahrer nicht überempfindlich auf jedes Geräusch unter der Haube reagieren. Bestimmte Symptome klingen zwar im ersten Moment wie die Anzeichen eines defekten Turboladers, haben aber andere Ursachen. In jedem Fall ist es ratsam, eine Werkstatt aufzusuchen, wenn der Turbolader pfeift.

Wie merke ich, dass der Turbolader beschädigt ist?

Turbolader defekt - defekter Turbolader auf rotem Hintergrund

In den meisten Fällen treten bei einem beschädigten Turbolader mehrere Anzeichen gleichzeitig auf. Turbolader gehen meist langsam kaputt. Die Symptome für den Defekt werden sich also mit jedem weiter zurückgelegten Kilometer allmählich häufen. In vereinzelten Fällen gibt es sogar über eine lange Zeit hin überhaupt keine Symptome, obgleich der Turbo schon kleine Risse aufweist und undicht wird. Hier tritt der spürbare Schaden eher abrupt auf. Mit einem geschulten Auge sind Beschädigungen am Turbolader aber oft rechtzeitig erkennbar.

Anzeichen erkennen

Die häufigsten Anzeichen eines defekten Turboladers sind:

  • Pfeifen des Turboladers
  • Hoher Ölverbrauch
  • Öl am Verdichter oder an der Turbine
  • Die Motorleistung lässt nach, das Fahrzeug beschleunigt langsamer.
  • Rauchentwicklung: Der Rauch ist hell oder bläulich. Vor allem beim Wegnehmen der Gaszufuhr, riecht es zusätzlich unangenehm.
  • Der Ladedruck des Turboladers kann bei nachlassender Motorleistung rasant ansteigen: Das ist im Prinzip das deutlichste Anzeichen dafür, dass der Turbolader defekt ist. Sichtbar ist das vor allem, wenn der Turbo während der Fahrt gänzlich aussetzt, nach dem Neustart jedoch wieder arbeitet.

Die oben aufgeführte Liste verweist auf Anzeichen, bei denen einen defekten Turbolader wahrscheinlich ist. Dennoch können diese Anzeichen keine direkte Prüfung des Turboladers ersetzen. Bevor also zu schnelle Schlüsse gezogen werden, sollte lieber ein Fachmann den Turbolader unter die Lupe nehmen.

Turbolader defekt – weiterfahren?

Ob Verlust der Motorleistung, pfeifende Geräusche, erhöhte Ölverbrauch, oder Rauchentwicklung – sobald Symptome eines Defekts am Turbolader festgestellt werden, sollte der Turbolader in einer Fachwerkstatt geprüft und ggf. repariert werden. Je nachdem, was an dem Turbolader defekt ist, können Teile abreißen, dann in den Verbrennungsraum gelangen und einen Motorschaden verursachen. Experten raten davon ab, mit einem kaputten Turbolader weiterzufahren. Da viele Schäden am Turbolader langsam auftreten, kann ein rechtzeitige Prüfung des Turbo viel Geld sparen.

Turbolader defekt: Ursachen

Weil ein Turbolader ein recht komplexes Gebilde ist, kann er auch durch vielen Faktoren beschädigt werden. Und fast immer sind die Ursachen eines Defekts am Turbolader auf externe Faktoren zurückzuführen.

Die häufigsten Ursachen eines Defekt am Turbolader sind:

  • Riefen in den Gleitlagern
  • Fremdkörper im Ansaug- / Auspuffkrümmer
  • Unterbrochene Ölversorgung
  • Zu geringer Öldruck
  • Rußansammlungen

Riefen in den Gleitlagern

Schmutz, Ablagerungen und Rückstände im Motoröl werden meistens von anderen Defekten hervorgerufen. Oft ist der Ölfilter beschädigt, zugesetzt oder von minderer Qualität. Auch ein defektes Überdruckventil, schlechte Ölqualität oder ein verschlissener Motor können zu schmutzigem Motoröl führen. Und dieser Schmutz ruft dann in den Gleitlagern des Turboladers tiefe und deutlich sichtbare Riefen hervor. Die Verwendung von hochwertigem Öl und Qualitätsfiltern kann solche Kratzer wirksam verhindern.

Fremdkörper im Ansaug- / Auspuffkrümmer

Im Ansaug- und/oder im Auspuffkrümmer können sich winzige Teilchen befinden, die dort nicht hingehören. Schon kaum sichtbare Steinchen oder kleinste Schrauben werden durch die Rotation des Turboladers gegen die Turbinenräder geschleudert, wo sie ihre Schäden hinterlassen. Ein möglicher Folgeschaden sind defekte Turbinenräder und schließlich ein kaputter Turbolader. Sauberes Arbeiten an den Krümmern (Lappen, Druckluft etc.) ist deswegen das A und O.

Unterbrochene Ölversorgung

Läuft ein Auto ohne Öl, ist das nicht nur für den Motor das Todesurteil. Wird der Motor beispielsweise nach einer Reparatur nicht oder unzureichend mit Öl befüllt, ist auch die Ölversorgung des Turboladers gestört. Auch lange Ruhezeiten des Autos, zu geringer Öldruck oder verschmutztes Motoröl können Ursachen für eine unterbrochene Ölversorgung des Turboladers sein. Am Ende muss durch derartige Faktoren mit zu großer Hitze oder gar Verbrennungen an den Lagern des Turboladers gerechnet werden.

Zu geringer Öldruck

Auch ein dauerhaft zu geringer Öldruck führt früher oder später zu verbrannten Lagern im Turbolader. Zeigt sich also ein zu niedriger Öldruck, ist es ratsam, das Problem zeitnah zu beseitigen. Als Ursachen dafür kommen Knicke und Lecks an den Ölleitungen, eine kaputte Ölpumpe, zu wenig Öl in der Ölwanne oder einfacher Motorverschleiß in Betracht.

Rußansammlungen

Ist der Einspritzwinkel bzw. die Zündung nicht exakt justiert oder wird der Motor zu schnell abgeschaltet, kann das die Abgastemperatur vorübergehend zu sehr erhöhen. Dabei kann Motoröl verbrennen, wobei sich der Ruß im Turbolader festsetzen kann.

Turbolader in der Werkstatt prüfen

Turbolader wird von einem Fachmann in der Werkstatt geprüft.

Der Anteil an Autos, deren Motoren über einen Turbolader verfügen, steigt ständig. Der Grund dafür ist die hohe Effizienz von aufgeladenen Motoren. Die Aufladung des Motors ist ein Verfahren, um die Leistung von Motoren zu steigern. Ein Turbomotor erzielt mit deutlich geringerem Hubraum die gleiche Leistung wie ein Saugmotor. Das Zauberwort in Sachen Turbolader lautet: zusätzliche Leistung. Wenn diese irgendwann nachlässt und das Auto nicht mehr die ursprüngliche Leistung bietet, ist die Zeit für eine Prüfung und eventuelle Reparatur des Turboladers gekommen. Auf FairGarage finden Sie Werkstätten in Ihrer Nähe und können gleich online den passenden Termin zum Festpreis vereinbaren.

So lässt sich ein Defekt am Turbolader vermeiden

Wer einige einfache Tipps beachtet, muss sich allerdings um seinen Turbolader keine Sorgen machen:

  • Eine regelmäßige und gewissenhafte Wartung ist schon die halbe Miete. Motoröl und Ölfilter sollten regelmäßig durch Neuteile in mindestens gleicher Qualität ausgetauscht werden. Das beseitigt schnell und einfach eine der wichtigsten Ursachen für einen Defekt.
  • Gleiches gilt für den Luftfilter. Setzt sich dort nämlich Schmutz oder Feuchtigkeit fest, bekommt der Motor zu wenig Luft, was wiederum zu Leistungseinbußen und erhöhter Rußbildung führt. Ein Folgeschaden wäre dann vorprogrammiert.
  • Außerdem raten Experten dazu, den Motor nach dem Anlassen für etwa eine Minute nicht hoch drehen zu lassen, bevor die Drehzahl erhöht wird. Dadurch bleibt dem Öl genügend Zeit, sich zu verteilen und auch die Lager des Turboladers zu erreichen.
  • Das Abschalten des Motors im hohen Drehzahlbereich sollte vermieden werden. Der Turbolader würde in einem solchen Fall ohne ausreichende Schmierung weiterlaufen. Wesentlich schonender für den Turbolader ist es, im Stand kurz abzuwarten, bis der Turbolader zum Stillstand kommt (max. eine Minute). Erst dann kann der Motor abgestellt werden.